Dienstag, 24. November 2015

Sterben für den Mindestlohn !? Statt Streik und Boykott -- Gefängnisarbeiter opfern sich auf ?

Eigentlich sollte die Gründung einer "Gefangenengewerkschaft" den arbeitenden Gefangenen Mut machen, Auftrieb geben, so was wie "Klassenbewusstsein" verschaffen und dadurch auch die entsprechenden Methoden eines Arbeitskampfes eröffnen, Arbeitsniederlegungen, Boykott, Streik, Sabotage ... eine grosse Palette von Widerstandshandlungen, um - wie in der JVA Butzbach -Mindestlohn und Rentenversicherung für alle ARBEITENDEN Gefangenen, Tariffähigkeit und Abschaffung der Arbeitspflicht durchzusetzen.
 Das Grundproblem ist die Nichtanerkennung des hessischen Justizministeriums, die die Arbeit nicht als Lohnarbeit anerkennen und die Arbeitspflicht -die in manchen Bundesländern schon abgeschafft ist - als Notwendigkeit der Resozialisierung sehen wollen( sozusagen als ne Einübung in die kapitalistische (Aussen)welt, die viele von ihnen - nebenbei bemerkt - in den Knast gebracht hat.)
Weil die entsprechende Justizministerin Eva Kühne-Höhrmann(CDU) mit den Gefangenen darüber nicht reden will, nun also die Ankündigung der arbeitenden Gefangenen, ihr Leben dafür einzusetzen(für das Gespräch)?
Daß sich (noch) keine entsprechenden Widerstandsformen(siehe oben) entwickelt hat, heisst für uns nicht, nun in totaler Solidarität mit den eventuellen Hungerstreikenden zu gehen und andere, effektivere Möglichkeiten nicht vorzuschlagen.

Für uns ist der Hungerstreik, das Einsetzen des eigenen Lebens bis vielleicht hin zum Tod, ein Mittel, das letzte Mittel, wenn alle anderen Möglichkeiten nicht mehr vorhanden sind - wenn jede/r einzelne sich in den Isozellen des Knastes befindet, getrennt von den anderen, 24 stunden überwacht und den Kommandos der JVA ausgesetzt ---




Wir wissen von daher nicht, ob es sich um einen eben unbefristeten Hungerstreik oder eher um einen sogenannten Protesthungerstreik handelt, beim wir uns dann schon fragen, was soll das - da gibt es eigentlich andere Kampfmethoden (siehe oben).

 Es bleibt darüberhinaus die Frage, an wen sich der Hungerstreik richtet -an die Justiz,  an uns draussen mit der Aufforderung: Tut was lasst uns hier nicht sterben. Daß sich die Justiz davon beeindrucken lässt, erscheint uns nicht vorstellbar - täglich werden Gefangene in den Selbstmord getrieben, medizinische Versorgungen verweigert - und jetzt soll dieses System sowas wie "Ethik" zeigen?

Ein Hungerstreik ist eine sehr ernste und sehr gefährliche Protestform. Da er zum Tod führen kann, sollte er wirklich nur als letzten Ausweg oder in ganz extremen Notfällen genutzt werden. Irgendwie erscheint aber dieses Mittel als Allheilmittel, ja ist richtig salonfähig geworden - Politiker*innen und Kriegsverbrecher gebrauchen es wie Flüchtlinge usw. Sie wird genutzt, um durch eine so erzwungene Solidarität sich oder ihr Thema in die Öffentlichkeit zu bringen.

Mit ihrem Appellcharakter und ihrer pathetischen und radikale Geste, den eigenen Körper zur "Waffe" zu machen, indem sie ihn  auslöschen, sind die Hungerstreikenden dadurch an einer grundlegenden Änderung der gesellschaftlichen Verhältnisse nicht interessiert.

 Diese Verhältnisse, dieses herrschende System, verhält sich nicht human - würde es sich in seinen täglichen Handlungen human verhalten, würde es keine Knäste bauen. Ein Knastsystem, das sich humanitär erpressen lässt, braucht demzufolge auch nicht abgeschafft werden.

Sollten die Gefangenen dann doch glauben, mit Hungerstreiks an das "Herz der Bestie" rühren zu können, hoffen wir inständig, dass einige dieser Tips angenommen werden können:

* Trinkt viel Wasser – ihr könnt ein paar Wochen ohne Nahrung
überleben, aber innerhalb weniger Tage ohne Wasser sterben.
* Fruchtsäfte und Suppen usw. führen euch ein Minimum an grundlegenden
Nährstoffen zu.
* Sucht euch einen bequemen Platz und bleibt dort. Spart so viel
Energie wie möglich.
* Haltet euch in der Kälte warm und in der Hitze kühl – ihr unterwerft
euren Körper einen unglaublichen Missbrauch, der dadurch
mehr und mehr die natürliche Fähigkeit verliert, sich gegen die
Elemente zu schützen.

Zu den Alternativen des Kampfes haben wir ja schon oben einiges gesagt --- der Kampf selber wird allerdings im Knast geführt und in der Konsequenz eine Entscheidung der jeweiligen Gefangenen. Möge er - wie er dann auch geführt wird - uns alle im Widerstand gegen die Knastgesellschaft weiterbringen !!!



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