Donnerstag, 13. September 2018

"Abolitionisten" oder "Demolitionisten" ---- für das Ende jeden Sklavendaseins..




Während des 19.Jahrhunderts wurden diejenigen, die gegen die Sklaverei kämpften, „Abolitionisten“ genannt. Sie organisierten die so genannte „Underground Railroad“, eine riesiges Netzwerk von Sklaven, Entflohenen, so genannten „Free Blacks“, Weisse und Natives mit Geheimcodes, Routen, sicheren Häusern und Selbstverteidigungskräften,um diejenigen zu befreien,die als Eigentum anderer gehalten wurden..



Nach dem (nord)amerikanischen Bürgerkrieg wurde die Sklaverei durch den 13.Zusatzartikel in der US-Verfassung gesetzmässig „ausser Kraft“ gesetzt, mit Ausnahmen….. „ausser als Strafe für ein Verbrechen, dessen die betreffende Person in einem ordentlichen Verfahren für schuldig befunden worden ist...“ (z.B. weil sie sich gegen ihre „Besitzer“ gewehrt hatten oder einfach nur entlaufen waren…. So was wie Amnestie gab es nur für ihre Besitzer)
Entscheidend für uns hier ist es, dass diese „Abolitionisten“ nicht versuchten, den Staat zu zerstören, sondern nur den privaten Gebrauch der Sklaverei, und dadurch die unterdrückende Regierung intakt liess und dieser erlaubte durch den 13.Zusatzartikel zwar dem Individuum das Recht als Sklavenhalter zu untersagen, aber durch die „Black Codes“ und „Jim Crow“Gesetze weiterhin die schwarze Bevölkerung in eine rassistische Ordnung zu halten… erst in den 1960er Jahren waren so was wie Bürger*innenrechte auch für sie durchgesetzt.





Bei den heutigen „Abolitionist*innen“, die sich vor allem in der Tierrechts- und der Antiknastbewegung organisieren, sind auch Anarchist*innen dabei, während  wohl die meisten aus den libertären Spektrum aus guten Gründen den Begriff „Demolitionisten“ für sich in Anspruch nehmen.
Abolitition“ ist vom guten Willen und einer angenommenen Menschlichkeit der Politiker*innen abhängig, die Gesetze machen sollen, um Gefängnisse abzuschaffen. Dies führt im besten Fall dazu, dass ihre Aktionen alle Jahre eine Reform im Sinne eines „humanen Gefängnisses“ durchsetzen. Denn , solange es eine Regierung gibt, wird es Gefängnisse geben.


Es liegt im ihrem Interesse, dass es Gefängnisse gibt, als Mittel der sozialen Kontrolle, wie es die Interessen der Wirtschaft sind, möglichst viel Profit aus den Gefängnisarbeitern herauszuholen. So arbeiten beide Interessen zusammen, wobei es den Politiker*innen zukommt, durch entsprechende Gesetze die Lohnsklaverei weiter zu gewährleisten.
Dass heisst für uns. Wenn wir das System der Gefängnisse abschaffen wollen und wirklich frei leben wollen, müssen wir die Regierungen stürzen und den Staat... diese Welt der (anti)sozialen Ordnung auf den Kopf stellen. Und deshalb sehen sich immer mehr Libertäre und Anarchist*innen als „Demolitionisten“ im Gegensatz zu den „Abolitionisten“, auch wenn letzterer Begriff immer noch oft zu widersprüchlichen Handlungen in der anarchistischen Bewegung führt.
Dadurch gelingt es (noch) den Verwaltern und Befürwortern des Staates und seiner Regierung, unsere Leidenschaften und Wünsche zu unterdrücken und die Logik der Unterwerfung unter Autorität und Herrschaft und die Notwendigkeit von Gefängnissen, Polizei und Justiz durchzusetzen --- eine andere neue Form der Sklaverei.
Es gibt keine Einigung mit den Institutionen der Unterdrückung, um zu wirklicher Freiheit für uns alle zu kommen, und das ist das Anathema der Anarchie.



Reisst die Mauern nieder !
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---Anarchy live(USA)   https://anarchylive.noblogs.org/und Abolisha(Germany)----


Montag, 27. August 2018

Humaner Strafvollzug? Geht nicht...Entweder human oder Knast.... Gefängniszellen der strafenden Gesellschaft (Teil 4 von 4)




Ein Gesellschaftssystem, das sich in seinen täglichen Handlungen human verhält, baut keine Knäste.




Ein Knastsystem, das sich wiederum humanitär erpressen oder verändern lässt, braucht nicht abgeschafft zu werden. 



 

"Meine traurige Routine besteht jeden Tag aus unendlichen Träumen von Freiheit und Gerechtigkeit! Geduldig wartet mein Geist, tanzt, wächst und rebelliert.." (Miguel Peralta Betanzos)



                           25. Staatsgefängnis San Quentin , San Quentin, Kalifornien 



San Quentin State Prison ist das älteste Gefängnis in Kalifornien (1852 eröffnet). Es ist eine Hochsicherheitseinrichtung, die einst Charles Manson beherbergte. In Kalifornien zum Tode verurteilte Männer müssen (mit einigen Ausnahmen) in San Quentin festgehalten werden.

Es ist der grösste Todestrakt in den USA und wurde mal das "bevölkerungsreichste Hinrichtungsvorzimmer (Nord)-Amerikas" genannt.






Im April 2018 befanden sich 764 Todeskandidaten in San Quentin.










26. Schuldnergefängnis Raimundo Vidal Pessoa in Manaus, Brasilien




In diesem Gefängnis kommt es - wie in vielen Gefängnissen Brasiliens - zu regelmässigen Aufständen, die brutalst niedergeschlagen werden.
 2017 wurden 4 Gefangene hier erschossen, ein Teil  in andere Gefängnisse der Stadt "transferiert", dutzende dort getötet.



"Schuldnerhaft" widerspricht eigentlich der Amerikanischen Menschenrechtskonvention von 1969, die auch von Brasilien unterschrieben wurde. Doch sie haben Lücken geschaffen, wie z.B. die "Nichterfüllung von Unterhaltspflichten" oder das "absichtliche und unentschuldigte "untreue Verwahren".. also: Diebstahl.... ein Praxis, die nur die Armen trifft....




                                       27.  Stadtgefängnis Quezon, Quezon City, Philippinen




Im Gefängnis von Quezon City in Manila, der Hauptstadt der Philippinen, gibt es einen unerbittlichen und ständigen Kampf um Raum, Wasser und Nahrung - bei 160 bis 200 Insassen, die in eine nur für 20 Personen gebaute Zelle gepfercht sind, schlafen Männer abwechselnd auf dem rissigen Zementboden eines Freiluft-Basketballplatzes, Treppenstufen, unter Betten und in dreckigen Hängematten aus alten Decken.





Es kommt auch dort zu Aufständen, der bisher letzte im Februar diesen Jahres.




                                       


                                       28."Bürger"gefängnis in Arcahaie, Haiti 




Auch das Gefängnis in der  Küstenstadt Arcahaie ist überfüllt. Im Jahr 2016 entkamen 174 Insassen bei einem Aufstand, bei dem ein Wachmann getötet und andere verletzt wurden.






                                             

                                    29. Gefängnis Maula, Lilongwe, Malawi




Hier werden wurden etwa 200 Menschen in eine 60-Personen-Zelle gepfercht.
 Viele der Gefangenen sind Flüchtlinge aus Äthiopien, die sich mit 120 Personen eine Toilette teilen, ein Wasserhahn für 900 Personen. Die malawische Regierung gibt nur ein winziges Budget für den Knast frei - d.h. einmal am Tag gibt es so etwas wie Essen - Maisbrei mit Bohnen. "Nsima" .. mit Wasser gestreckt.
 Um "Unruhen" zu vermeiden, ist der eigentlich Höhepunkt für die gefangenen Männer das Fussballspielen, für die Frauen Basketball.




                                 30. Gefängnis in Ciudad Barrios, San Miguel, El Salvador





Diese Zellen sind nur 12 Fuß breit und 15 Fuß groß, und sie sind in der Regel mit über 30 Personen gefüllt. Ursprünglich als Überführungsknast gedacht, sind viele der Gefangenen schon mehr als ein Jahr drin. Die meiste Zeit verbringen sie damit, aus den Fäden ihrer Kleider Hängematten zu nähen, die dann in den Käfigen mit Holzschnüre übereinander befestigt werden
Die meisten ja fast alle der Gefangenen gehören wohl zur Gang "Mara Salavtrucha" (= sowas wie "wachsame Salvadorianische Gang"...



In dem Film "Sin Nombre" spielen Gangmitglieder von "Mara Salavtrucha" sich selbst....



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“Sometimes I think this whole world
Is one big prison yard.
Some of us are prisoners
The rest of us are guards.”
- Bob Dylan

Montag, 20. August 2018

Pink ist nicht nur Pink.. sondern "Cool Down Pink" .....Gefängniszellen der strafenden Gesellschaft (Teil 3 von 4)



Gefängnisse bzw. Gefangene sind von Anfang an Objekte so genannter Wissenschaftler_innen .. ob Mediziner oder Psychologen. 1979 z.b. berichtete einer dieser Wissenschaftler, Schauss aus den USA, über Versuche mit pink gestrichenen Zellen. Angeblich seien die Insassen dort weniger aggressiv.
 In Europa wurde dies zum Beispiel auch in der Schweiz übernommen. Eine Schweizer Psychologin entwickelte daraufhin den Farbton „Cool Down Pink“ und behauptete, dieser spezielle Ton würde -wissenschaftlich gesehen – am besten auf besonders aggressive Gefangene einwirken. 
Gefangene in Schweizer Gefängnissen sagten dagegen, dieser Ton mache sie „verrückt“, was die Psychologin nicht weiter beunruhigte. Für sie steht fest, dass Wissenschaften unfehlbar sind dagegen es wohl an Gefangenen liege, die homophob eingestellt sind. Trotzdem nahmen die deutschen Gefängnisse Abstand von diesem Farbton.





Unabhängig davon, dass die Psychologin besser beraten wäre, sich die Ursachen der Aggression bei den Gefangenen zu nähern, haben auch US Kollegen immer wieder Zweifel angemeldet,weil doch andere Faktoren zu zeitweiliger Beruhigung kommen – so zum Beispiel in der veränderten Kommunikation innerhalb der Gefängnishierarchie, oder einfach einem besseren Essen.


                             

                              19. Haftanstalt Las Colinas, Santee, Kalifornien


Das Frauengefängnis wurde als erste Hafteinrichtung seiner Art in den Vereinigten Staaten konzipiert, in der Umwelt- und Verhaltenspsychologie genutzt werden, um "die Erfahrung und das Verhalten von Insassen und Mitarbeitern zu verbessern".




                           20. Bois D'Arcy Gefängnis in Yvelines, Frankreich

Das Gefängnis ist ein Knast, in dem Gefangene auf ihren Prozess warten  („Untersuchungshaftanstalt“) und einer für Kurzstrafler (bis zu einem Jahr)


                               21. HM("ihre Majestät") Prison Dartmoor, England






Dartmoor hat immer noch den  Ruf, ein Hochsicherheitsgefängnis zu sein, das fluchtsicher ist. Als Gefängnis der Kategorie C sind in Dartmoor hauptsächlich gewaltfreie Straftäter und Wirtschaftskriminelle.
Des weiteren sind hier Sexualstraftäter und bietet diesen Behandlungsprogramme an -- unter anderem durch Therapiegruppen. Allerdings werden hier auch dazu allerdings auch Pharmaka eingesetzt, die angeblich Verhaltensänderungen verspricht. Nach offizieller Meinung sollen sich Gefangene in Mengen dafür von sich für das Programm vorschlagen.

Medikamente sollen entweder das Testosteron unterdrücken , andere den Sexualtrieb senken...Studien konnten keine verlässlichen Daten geben, allerdings verstärkten bzw. verursachten einige Medikamente Depressionen bei den Gefangenen, damit zusammenhängende Suizide sind offiziell nicht bekannt.



                                  22. Black Dolphin Prison, Sol-Iletsk, Russia



In Russlands berüchtigtem "Schwarzem Delfin" an der Grenze zu Kasachstan teilen sich die Gefangenen kleine 5 Quadratmeter große Zellen, mit drei massiven Stahltüren und einer 24 Stunden Überwachung.Die einzige Möglichkeit, hier rauszukommen, ist der Tod.

                               23. San Pedro Gefängnis, La Paz, Bolivia








San Pedro ist sowas wie eine Gefängnisstadt, von den Gefangenen selbst geleitet. Wer Geld hat, kann sich hier einiges leisten, die Armen landen im Keller bei den Junkies. Viele Familien ziehen zu ihren Männern bzw.Vätern in den Knast.





                          24. Frauengefängnis "Der gute Hirte"  Bogota, Colombia




Im El Buen Pastor Frauengefängnis in Bogota, Kolumbien, sind in Zellen, die für zwei Frauen gedacht sind, zwischen 10 bis 20 Frauen inhaftiert. Korruption und Gewalt sind bitterer Alltag. Die Gefängnisverwaltung begegnet dies mit "Schönheitswettbewerben", Paraden und Theaterworkshops.





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(wird fortgesetzt)



Dienstag, 14. August 2018

(Zellen)Design für "Re-Soziale Anpassung"? --- Gefängniszellen der strafenden Gesellschaft (Teil 2 von 4)



    40 Prozent der Entlassenen werden innerhalb des ersten Jahres in Freiheit wieder rückfällig – das liegt neben einer verdammt beschissenen Situation nach der Entlassung auch schon vorher an dem Strafvollzug selber...tägliche Reizarmut, Ausgrenzung---sensorische und soziale Deprivation führen zur bewusst forcierten Zerstörung des zu Strafenden…. Die Gefängnisarchitektur war in der Vergangenheit darauf aufgebaut, die Alltagsroutine mit ständiger Überwachung und Stahltüren die fast die ganze Zeit verschlossen bleiben unterstützt…

die hohe Rückfallquote hat indes zu einem Umdenken geführt .. neben Hilfs und Unterstützungsangeboten, die sich auch auf die Zeit nach dem Gefängnis orientieren (Anpassung an den Arbeitsmarkt, Bildung und Ausbildung) hat sich auch die Umgebung der Gefangenen verändert--- gab es zu meiner Zeit nur hellgelbe Wände und Decken und graue Stahltüren wird heute mehr und mehr mit Farben und natürlichen Materialien gearbeitet… z. B.wurde früher angeblich in dem gefärbten Wasser, was sich Kaffee nannte, Beruhigungsmittel vermischt, tragen nun Farben zur Aggressionsbewältigung bei, sind Zellenfensterrahmen rot gestrichen..usw.

Die hier aufgeführten Beispiele von Gefängniszellen dokumentieren beispielhaft das veränderte Denken, was aber nicht (noch nicht) von allen Ländern übernommen wurde … je nach dem welchen Stellenwert Strafe und Gefängnis hat, je nachdem wie Abweichung von der herrschenden Gesetzgebung bedrohlich wirkt oder eher als gesamtgesellschaftlicher Konflikt wahrgenommen wird… ein wenig überraschend erscheint es daher, dass westliche Staaten wie USA und teilweise auch die europäischen Länder eher noch die archaischen Auffassung von Strafe als Rache ausüben als beispielhaft einige der hier genannten afrikanischen Länder, die sich noch Reste alter kommunalistischer Struktur bewahrt und die Gefangenen immer noch als einen Teil dieser Gemeinschaft betrachten und behandeln…. Die geringe Rückfallquote von durchschnittlich unter 30 Prozent gibt ihnen Recht… USA hat bis zu 70 Prozent Rückfallquote, Deutschland, siehe oben, über 40 Prozent …. so bekommt der Begriff „ hochentwickelte Länder bzw. Kulturen“ eine höchst bizarre ja geradezu zynische Bedeutung.        

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                                  10. Luzira Gefängnis in Kampala, Uganda

In Luzira wird den Insassen mehr Verantwortung übertragen als in ähnlichen Gefängnissen in Großbritannien oder den USA. Gefangene übernehmen  die Mitarbeit für die  Durchführung ihrer Internierung,sind beim Anbau und dem Ernten von Nahrungsmitteln, sowie der Vorbereitung (Kochen) und der Verteilung im Gefängnis verantwortlich.
Viele der inhaftierten Männer können einen Handwerksberuf, z.B. Zimmermann, erlernen. 
Die Rückfallquote ist im Vergleich westlicher Gesellschaften geringer - unter 30 % im Gegensatz zu Grossbritannien mit 46 % und den USA mit 76 %.



             (Ausschnitt aus einem Film über den Frauentrakt im Luzira Gefängnis)





                                          11.Onomichi Prison, Onomichi, Japan


 





Ältere Gefangene sind in Japan immer häufiger anzutreffen, da das Land allmählich altert. Das Onomichi Gefängnis ist speziell für sie.  Die Insassen haben u.a. Zugang zu gesunder Nahrung  und verbringen ihre Haftzeit damit, zu stricken und zu nähen.







                        12.UN Detention Unit, Outside The Hague, Netherlands






Die UN-Strafvollzugsanstalt (UNDU) ist ein von der UN verwaltetes Gefängnis. Es wurde 1993 als Teil des Internationalen Strafgerichtshofs für das ehemalige Jugoslawien gebaut. Heute dient die Einrichtung als Internierungslager des Internationalen Strafgerichtshofs, in dem Täte für internationale Verbrechen wie Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen strafrechtlich verfolgt werden.Das Gefängnis beherbergt die inhaftierten Verdächtigen während des Prozesses und die vom Gericht verurteilten Strafgefangenen.




 Jede Zelle hat ihren eigenen Toiletten- und Waschbereich. Insassen haben Zugang zu einem Fitnessstudio und einem Sportlehrer, sie können auch selbst kochen. In jeder Zelle befindet sich ein PC, in dem die Insassen ihre Justizakten  einsehen können.


                          13. Knast Landsberg, Landsberg Am Lech, Deutschland





In diesem Gefängnis schrieb Hitler "Mein Kampf" und 278 Nazis wurden später wegen Kriegsverbrechen hingerichtet.

" ....Während man uns in der Festung Niederschönenfeld wie Zuchthäusler behandelte, konnten die NS-Putschisten in der Festung Landsberg Parteisitzungen abhalten ..."  (Erich Mühsam)


Heute sind die Bedingungen in Landsberg deutlich besser. Das Gefängnis bietet 36 Kurse in seinem zentralen Ausbildungszentrum für Berufe wie Bäcker, Elektriker, Maler, Metzger, Tischler, Schneider, Schuhmacher, Heizungs- und Lüftungsarbeiter und Maurer an.



                                        14. ADX Florence, Colorado, USA




US Penitentiary Administrative Maximum, auch bekannt als ADX Florence, das "Alcatraz of the Rockies" und "Supermax"("https://de.wikipedia.org/wiki/Supermax_(Gefängnisstandard),ist ein moderner Hochsicherheitsknast  in den Ausläufern am Fuße der Rocky Mountains in der Nähe von Florenz, Colorado.
 Das ADX Supermax-Gefängnis wurde 1994 eröffnet und diente der Inhaftierung und Isolierung von Gewalttätern, die als zu gefährlich für die anderen Knäste gelten. Die meisten Gefangenen befinden sich in Isolation. Sie sind 23 Stunden pro Tag auf eine speziell entworfene "Single-Person-Zelle" eingesperrt. Gefangene können nur unter strengen Beschränkungen (in Handschellen, in Ketten gelegt oder beides) , ihren einstündigen Hofgang  machen, wo Duschen, Sport und sowie Telefonanrufe mit eingeschlossen sind.




                                       

                                   15.Abashiri Gefängnis, Abashiri, Japan






Im Gefängnis Abashiri in Japan inspizieren die Wachen einmal täglich die Räume der Häftlinge. Das Gefängnis verwahrt Gefangene mit Haftstrafen von acht Jahren und weniger. Das Leben im Inneren ist sehr streng, aber Meldungen über Gewalt, Vergewaltigung, Drogen usw. sind nicht bekannt.

Abashiri hat einen grossen Laden vor dem Haupttor, wo die im Gefängnis hergestellten Waren gekauft werden können. Die angebotenen Gegenstände reichen von „Abashiri Prison Süssigkeiten“ bis hin zu allen Arten von handgefertigtem Kunsthandwerk.



         16. Cebu Provincial Haftanstalt und Rehabilitationszentrum(CPDRC), ,                       Cebu Province, Philippinen.






CPDRC ist ein Hochsicherheitsgefängnis, in dem Gefangene im Rahmen ihrer alltäglichen Haft und Rehabilitationen Tanzgruppen bilden. Viele der Gefangenen werden gefilmt, ihre Performance online veröffentlicht, was sie zu wahrhaftigen Online-Prominenten macht.





                                             


                                                 

                                     

                                            17.Neve Tirza, Ramla, Israel




Neve Tirza ist Israels einziges Frauengefängnis. Die meisten Zellen sind 13 Quadratmeter, einschließlich einer Toilette und Dusche. Jede Zelle beherbergt etwa sechs Frauen (widerständige Palästinenserinnen wie auch delinquente Israelinnen), die oft die Schlafräume teilen müssen.



                                


                                        18.Gefängnis Evin , Teheran, Iran






Obwohl das iranische Regime dies oft bestritten hat, ist das Evin-Gefängnis bekannt als eine  Folterfabrik..Aufgrund der Anzahl der Intellektuellen, die in seinen Mauern gefangen gehalten werden, hat das Gefängnis den Spitznamen "Evin University" bekommen. Das Gefängnis ist außergewöhnlich überfüllt, die Hygiene ist schlecht und in Irans heißem Sommer kann die Temperatur bis zu 45 Grad Celsius erreichen. Es gibt keine Form von Klimaanlage, und die Luft in den Zellen ist voll mit Schweiß und sonstigen menschlichen Ausdünstungen. Die Wasserqualität ist schrecklich und kaum essbares Essen kommt in mageren Portionen. Medizinische Einrichtungen sind praktisch nicht existent.




Das ganze soll die Entschlossenheit der "politischen Gefangenen brechen",um diese irgendwann zu Geständnissen zu bringen.  Das alles wird noch verstärkt, in dem der Kontakt zur Aussenwelt völlig abgeschnitten ist.Familienbesuche und Telefonanrufe sind verboten, und sogar die Wärter müssen schweigen.



                                                   (Protest vor dem Evin Gefängnis)
***


(wird fortgesetzt...)

Donnerstag, 9. August 2018

Zwischen Hölle und Springbrunnen- Gefängniszellen der strafenden Gesellschaft, rund um die Welt (Teil 1 von 4)

Nach Angaben des Instituts für Kriminalpolitik (Institute for Criminal Policy Research) werden mehr als 10,35 Millionen Menschen in Gefängnissen auf der ganzen Welt festgehalten, entweder als Untersuchungshäftlinge oder als Verurteilte

Im Vergleich der letzten Jahre ist die Anzahl der Frauen in den Gefängnissen, um 50 Prozent gestiegen, während die männliche Gefängnisbevölkerung um etwa 18 Prozent gewachsen ist. Die Gefängnispopulationsraten variieren jedoch in der ganzen Welt erheblich. Zum Beispiel haben die USA 698 Insassen pro 100.000 Einwohner, während Dänemark nur 61 hat. Und es gibt mehr Unterschiede. Ein/e Gefangene/r an einem Ort hat möglicherweise Zugang zu Musikinstrumenten und Videospielen, kämpft aber möglicherweise in einem anderen Fall um eine kleine Rolle Toilettenpapier.


Im folgenden sind Gefängniszellen aus der ganzen Welt zu sehen, um zu illustrieren, wie die einzelnen Länder mit ihren Delinquenten verfahren und dieser Kontrast bietet zugleich die verschiedenen Möglichkeiten des Umgangs mit ihnen ---die Gefängniszellen reichen von der niedrigsten Sicherheitstufe bis hin zu maximalen "Erschöpfung" ...


aber seht selbst .....




                                             1. Halden Gefängnis, Halden in Norwegen





Diese Zelle befindet sich im Hochsicherheitstrakt in Halden, Norwegen. Es hat drei zentrale Einheiten und Gefangene aus allen Teilen der Welt, allerdings ohne die herkömmlichen Sicherheitsvorkehrungen. Das zweitgrösste Gefängnis Norwegens wurde 2010 mit dem Schwerpunkt "Rehabilitation" gegründet. Sein Design simuliert das Leben ausserhalb des Gefängnisses. Unter anderem stehen den Gefangenen Sport und Musik zur Verfügung, sie interagieren mit dem (unbewaffneten) Personal, um ein Gemeinschaftsgefühl zu simulieren.

Das Gefängnis Halden, für seine "humanen Gefängnisbedingungen gepriesen, erhielt 2010 den "Arnstein Arneberg Award" für seine Inneneinrichtung und war Gegenstand einer filmischen Dokumentation, musste sich allerdings wegen der "Liberalität" mit kritischen Stimmen auseinandersetzen.






2. Champ-Dollon Gefängnis, Genf in der Schweiz




Im Genfer Champ-Dollon Gefängnis, das 1977 eröffnet wurde, sind vor allem Untersuchungsgefangene untergebracht. Die Zahl der Häftlinge nimmt ständig zu, was zu einer chronischen Überbelegung geführt hat. Das Gefängnis geriet durch eine ungewöhnliche hohe Anzahl von Selbsttötungen  in die öffentliche Kritik. 115 verschiedene Nationalitäten sind in der Regel im Gefängnis...davon etwa 7 % aus der Schweiz.


"Möglicherweise gibt es einen Zusammenhang zwischen Suiziden, Suizidversuchen, Autoaggression und Überbelegung."

Autor:Philippe BertschyGeneraldirektor der Genfer Gefängnisse



3. San Diego Frauengefängnis, Cartagena, Kolumbien





Die Insassinnen des Frauengefängnisses von San Diego in Cartagena bekommen jeden Abend einen Vorgeschmack auf die vermeintliche Freiheit, während sie sich im "Interno", einem farbenfrohen Restaurant in einer der Innenhöfe der Anlage, in Köche, Kellnerinnen und "Spülerinnen" verwandeln. 25 der rund 180 Insassen wurden im Rahmen eines Programms ausgewählt, das diesen Frauen am Ende ihrer Haftstrafe helfen soll, in der Welt draussen andocken zu können.


                                            Restaurant "Interno" im Frauenknast San Diego

Die  Frauen in diesem Niedrigsicherheitsgefängnis sitzen für  Diebstahl, Drogenhandel und Erpressung.



4. Gefängnisinsel Bastoy, Horten, Norwegen








Das Gefängnis von Bastøy ist das größte niederländische Gefängnis in Norwegen. Das Gefängnis befindet sich auf der Insel Bastøy im Oslofjord, die zur Gemeinde Horten gehört. Das Gefängnis nutzt die ganze Insel, aber der nördliche Teil mit dem Strand Nordbukta ist auch für die Öffentlichkeit zugänglich.
 Dieses Gefängnis ist als eine kleine lokale Gemeinschaft mit etwa 80 Gebäuden, Straßen, Strandzonen, Kulturlandschaft, Ackerland, Fußballplatz und Wald organisiert. Neben den normalen Gefängnisfunktionen gibt es ein Geschäft, eine Bibliothek, ein Informationsbüro, Gesundheitsdienste, eine Kirche, eine Schule, NAV (staatliche Sozialdienste), eine Anlegestelle, einen Fährdienst (mit einer eigenen Schifffahrtsagentur) und einen Leuchtturm mit Einrichtungen für kleinere Treffen und Seminare.
 Auf der Gefängnisinsel Bastoy leben die Gefangenen, von denen einige Mörder und Vergewaltiger sind, unter Bedingungen, die rechte Kritiker als "bequem" und "luxuriös" bezeichnen. Nicht so überraschend hat es die bei weitem niedrigste Rückfallquote in Europa.


                           5. Norgerhaven Gefängnis in Veenhuizen, Niederlande



Insassen des Gefängnisses von Norgerhaven in Veenhuizen, Niederlande, haben neben einem Bett, Möbel, einem Kühlschrank und einem Fernseher in ihren Zellen auch ein eigenes Badezimmer. Die Kriminalitätsrate in den Niederlanden ist so niedrig, dass sie einer "Unterbelegungs-Krise"ausgesetzt sind. Um dieses Problem zu lösen, hat das Land 2015 einen Vertrag mit Norwegen geschlossen. Ein Teil der norwegischen Häftlinge verbüßt heute ihre Haftstrafen in Norgerhaven.


                         
6. Otago "Corrections Facility" in Melbourne, Neuseeland





Es wurde das "Milton Hilton" genannt - ein Ort, wo Gefangene in " Luxus" entspannen können, während sie ihre Zeit verbringen. Die "Otago Corrections Facility" in Neuseeland ähnelt aber wirklich mehr einem Jugendzimmer als einem Gefängnis. Es gibt Gesundheitseinrichtungen und eine Bibliothek.


                         
7. "Ski"(Skien) Gefängnis in Oslo, Norwegen





Im Skien-Gefängnis in Oslo haben die Insassen ein eigenes Bad, einen Fernseher, Videospiele und Zugang zu einem Fitnessraum und einem Garten. Anders Breivik verbüßt dort derzeit seine 21-jährige Haftstrafe. Er versuchte 2016 eine Klage gegen den Staat wegen "grausamer" Zustände einzureichen. Dennoch scheint scheint sein Gefängnisleben für viele Menschen draussen "skandalös uxuriös zu sein - seine Zelle hat drei Räume, "einen zum Wohnen, einen zum Lernen und einen dritten zur körperlichen Übung - sowie einen Fernseher, einen PC ohne Internetzugang und eine Spielkonsole. Er ist in der Lage, sein eigenes Essen vorzubereiten und seine eigene Wäsche zu machen. "




                            8. Gefängnis von Aranjuez, Spanien







Das spanische Gefängnis in Aranjuez lässt Eltern und Kinder bei ihren inhaftierten Familienmitgliedern übernachten. Mit Disney-Figuren an den Wänden, einem Kindergarten und einem Spielplatz soll die Trennung zu den sozialen/familiären Bezügen aufgehoben werden, die Kinder das Gefängnis als "gemeinsamer Ort" verklärt werden. 


         9. HMP ("Gefängnis Ihrer Majestät") Addiewell , Lothian in Schottland





Hier handelt es sich um einen Privatknast, der von der SPS ("Scottish Prison Service") betrieben wird.






 HMP Addiewell ist ein Gefängnis, in dem die Gefangenen ihr verletzendes Verhalten und die Umstände, die zu ihrer Inhaftierung geführt haben, durch unterstützende Aktivitäten angehen können. Diese Aktivitäten umfassen Bildung, Beratung und Arbeit. Natur- und Familienkontaket während der Haft sind ebenfalls ein grundlegendes Element dieses "Lernprozesses"







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Teil 2 folgt in Kürze !!!!