Camps scheinen seit den Assambleas in Spanien und den Occupycamps in USA bzw. Istanbul ein beliebtes Protestmittel von (nicht nur) Teilen der linken Öffentlichkeit geworden zu sein.
Wir haben zum Begriff "Camp/Lager" ganz andere Begriffe, die eher negativ besetzt sind und bestenfalls ne billige Unterbringungsmöglichkeit im Urlaub sein können und uns fällt aktuell dazu nichts tiefschürfend Neues ein wie das was schon mal an anderer Stelle zu dieser Form gesagt wurde:
Aufstehen nicht Hinsetzen
aber wenn wir dem Text der Veranstalter*innen folgen, geht es wohl vor allem darum "darüber nachdenken, wie wir uns besser vernetzen können, wie politische
Strategien aussehen können, um der immer stärker werdenden Repression zu
begegnen".
Dies findet dann wohl während der letzten Juliwoche (27.-30 Juli 2017) im Rahmen eines Sommercamps in der Nähe von Görlitz statt....
Alles weitere hier:
https://gegenknastundstrafe.blackblogs.org/
Sonntag, 2. Juli 2017
Samstag, 17. Juni 2017
Mit dem Kopf durch die Wand
Aufruhr und Rabatz im Ebracher Jugendknast
AUFSTAND! – tönt es sogleich im bayrischen Medienrummel. Doch was war geschehen an besagtem 09. Mai?
Nachdem 15 Gefangene beschlossen die Nacht lieber gemeinsam im Gang des Traktes zu verbringen, als sich wieder in die Einzelzellen einschließen zu lassen, nutzten sie die soeben eroberte Freiheit auch sogleich um ihrer Wut Ausdruck zu verleihen: Matratzen wurden angezündet, Kameras zerschlagen, Sicherheitstüren zerstört, die Gänge mit Wasser überschwemmt und Essen an die Wände geschmissen.
So viel Gaudi und Aufmüpfigkeit hat Ebrach (2000 Kühe) seit dem Anti-Knast-Camp der Haschrebellen im Jahre 1969 nicht mehr gesehen.
Die Bullen, Wachteln und bayrischen Ochsen standen unter Schock, die Gefangenen hatten Spaß und bewiesen, dass es nie zu repressiv, zu spät oder zu bayrisch für einen Aufruhr ist.
Und wo sind die Linien eines Konfliktes, die Grenze zwischen Unterdrückten und Herrschenden klarer, als in einem Gefängnis? Und aus der Dynamik eines Aufruhrs, kann auch schnell ein waschechter Aufstand werden… Am besten wissen genau das dieselben Herrschenden, die sich nicht lumpen ließen blitzschnell ein kleines Aufstandsbekämpfungsszenario aufzufahren und mit 100 Bullen und bereitstehendem SEK, sprich bereit für Hinrichtungen, die ohnehin noch immer Eingeschlossenen einzukesseln.
Kein Wunder, dass jene im Angesicht dieser Armee der Mut versagte und sie sich spät in der Nacht wieder in „ihre“ Zellen einsperren ließen – bzw. dazu gezwungen wurden.
Nun laufen Ermittlungen wegen „Gefangenenmeuterei“ und dergleichen – was nach Piratenromantik klingt, ist mal wieder der niederträchtige Versuch der Justiz zum Vergeltungsschlag auszuholen.
Wir wissen nichts über die näheren Hintergründe und eventuellen Auslöser der Revolte, doch das müssen wir auch nicht, um zu wissen, dass es in diesen Totenhäusern nichts zu erhalten, zu renovieren oder zu verhandeln gibt.
Den Aufrührern in Ebrach gilt unsere volle Solidarität.
Während wir tagtäglich in unser Scheinfreiheit jenseits der Gefängnismauern etliche Möglichkeiten und Momente verstreichen lassen, alleine als auch mit anderen den Aufstand zu proben und diese Zuchthausgesellschaft mittels geballter Wut und ekstasischer Gaudi zu attackieren, haben die Aufrührer in Ebrach trotz Einsperrung und fehlender Anonymität, trotz drohender Strafen und existierender Isolation kollektiv an einem Strang gezogen und sich – mit dem Kopf durch die Wand – ihre Lebendigkeit zurück erobert.
Kosten wir unsere Möglichkeiten aus und schlagen Brücken indem wir unsere Verbundenheit in gemeinsamer Revolte erproben… denn Freiheit kann nur auf der Asche der Knäste erblühen.
(aus: Fernweh Nr. 26 ) https://fernweh.noblogs.org/texte/26-ausgabe/mit-dem-kopf-durch-die-wand/
AUFSTAND! – tönt es sogleich im bayrischen Medienrummel. Doch was war geschehen an besagtem 09. Mai?
Nachdem 15 Gefangene beschlossen die Nacht lieber gemeinsam im Gang des Traktes zu verbringen, als sich wieder in die Einzelzellen einschließen zu lassen, nutzten sie die soeben eroberte Freiheit auch sogleich um ihrer Wut Ausdruck zu verleihen: Matratzen wurden angezündet, Kameras zerschlagen, Sicherheitstüren zerstört, die Gänge mit Wasser überschwemmt und Essen an die Wände geschmissen.
So viel Gaudi und Aufmüpfigkeit hat Ebrach (2000 Kühe) seit dem Anti-Knast-Camp der Haschrebellen im Jahre 1969 nicht mehr gesehen.
Die Bullen, Wachteln und bayrischen Ochsen standen unter Schock, die Gefangenen hatten Spaß und bewiesen, dass es nie zu repressiv, zu spät oder zu bayrisch für einen Aufruhr ist.
Und wo sind die Linien eines Konfliktes, die Grenze zwischen Unterdrückten und Herrschenden klarer, als in einem Gefängnis? Und aus der Dynamik eines Aufruhrs, kann auch schnell ein waschechter Aufstand werden… Am besten wissen genau das dieselben Herrschenden, die sich nicht lumpen ließen blitzschnell ein kleines Aufstandsbekämpfungsszenario aufzufahren und mit 100 Bullen und bereitstehendem SEK, sprich bereit für Hinrichtungen, die ohnehin noch immer Eingeschlossenen einzukesseln.
Kein Wunder, dass jene im Angesicht dieser Armee der Mut versagte und sie sich spät in der Nacht wieder in „ihre“ Zellen einsperren ließen – bzw. dazu gezwungen wurden.
Nun laufen Ermittlungen wegen „Gefangenenmeuterei“ und dergleichen – was nach Piratenromantik klingt, ist mal wieder der niederträchtige Versuch der Justiz zum Vergeltungsschlag auszuholen.
Wir wissen nichts über die näheren Hintergründe und eventuellen Auslöser der Revolte, doch das müssen wir auch nicht, um zu wissen, dass es in diesen Totenhäusern nichts zu erhalten, zu renovieren oder zu verhandeln gibt.
Den Aufrührern in Ebrach gilt unsere volle Solidarität.
Während wir tagtäglich in unser Scheinfreiheit jenseits der Gefängnismauern etliche Möglichkeiten und Momente verstreichen lassen, alleine als auch mit anderen den Aufstand zu proben und diese Zuchthausgesellschaft mittels geballter Wut und ekstasischer Gaudi zu attackieren, haben die Aufrührer in Ebrach trotz Einsperrung und fehlender Anonymität, trotz drohender Strafen und existierender Isolation kollektiv an einem Strang gezogen und sich – mit dem Kopf durch die Wand – ihre Lebendigkeit zurück erobert.
Kosten wir unsere Möglichkeiten aus und schlagen Brücken indem wir unsere Verbundenheit in gemeinsamer Revolte erproben… denn Freiheit kann nur auf der Asche der Knäste erblühen.
(aus: Fernweh Nr. 26 ) https://fernweh.noblogs.org/texte/26-ausgabe/mit-dem-kopf-durch-die-wand/
Montag, 29. Mai 2017
(Gefängnisse abschaffen? Na und, ändert nichts) ....Antiknastkämpfe und transformative Gerechtigkeit
Die beiden Begriffe stehen erst mal als Verknüpfung nebeneinander.ob zwischen den beiden ein Zusammenhang besteht, soll im folgenden herausgearbeitet werden.
Erst mal zu den einzelnen Begriffen:
Der Kampf gegen den Knast im herkömmlichen Sinne wird ausserhalb der Knastmauern von Anti-knastgruppen bestimmt. Diese stellen einen horizontalen Kontakt zwischen sich und den Gefangenen her und verändern dadurch vor allem die soziale Funktion der Strafe und des Strafvollzuges, in dem sie die Trennung zwischen den "Kriminellen" und den "guten Gesetzestreuen" aufheben und einige darüber hinaus durch ihre grundlegende Knastkritik auch die Absicht der Verschleierung,der Ablenkung von den Handlungen und Taten der jeweils Herrschenden und ihrer Verwalter durchkreuzen.
aber :Antiknastkampf, der die Gefangenen und das Gefängnis ins Zentrum stellt, dreht sich um sich selbst und lässt die Gefangenen weiterhin in der Isolation in der Trennung...hier gilt es sich stattdessen auch an die zu wenden, die ausserhalb der Mauern sind und darauf hinzuweisen, dass heute durch die permanenten Strafverschärfungen und der Kriminalisierung schon der kleinsten Abweichung sie selbst wirklich nur eine Mauer vom Knast entfernt sind...indem wir uns einfach die Prinzipien ansehen, die das Gefängnis bedingen....die des Bestrafens...
diese Prinzipien bleiben , ob nun die knäste reformiert werden oder gar abgeschafft...
...denn unser ganzes Leben lang werden wir mit Gesetzen, Normen, Ünterdrückungsverhältnissen konfrontiert und gehindert...und um dies aufrecht zu erhalten dient die STRAFE als Klammer, als Stärkung in den jeweiligen Gemeinschaften, auch oft in Basisgruppen bis hinein in linke Kreisen und Kollektiven..Abweichungen und Verstösse gegen die jeweilige Ordnung müssen mindestens mit Ausgrenzung rechnen..also anderen überlassen mit den Betreffenden fertig zu werden
Zum Begriff: Transformative Gerechtigkeit....wir alle kennen die herkömmliche, vertikale Gerechtigkeit, die die auf Justiz und Strafe aufgebaut ist, Gerechtigkeit als Vergeltung...
hier interessiert aber die Horizontale, die durch die Interaktion hergestellt wird, durch den täglichen sozialen Austausch zwischen den Menschen...und unter " Transformation" kann "schrittweiser Übergangsprozess" verstanden werden...
Transformative Gerechtigkeit original "transformative justice" als Vision als Idee wurde von verschiedenden Gruppen aus sozialen Bewegungen in den USA entwickelt, die eine Sicherheit innerhalb ihrer Gemeinschaften jenseits von staatlichen Institutionen aufbauen wollten...sie arbeiteten dabei mit Antiknastgruppen und Organisationen der " people of color" zusammen und bewirkt in der Praxis, dass vor allem gewaltausübende Personen sowie deren Umfelder und Gemeinschaften lernen können/sollen, Verantwortung für die ausgeübten Handlungen zu übernehmen...abseits jeglicher Eingriffe staatlicher Gewalt....
sie befasst sich also nicht nur mit der eigentlichen Tat, sondern auch mit deren Ursachen und Zusammenhängen. Die jeweilige Person, die die Tat begangen hat, ist zwar verantwortlich dafür, aber eben nicht allein. Abseits von Strafe und Bestrafung gilt es für die entsprechende Gemeinschaft, Strukturen herauszuarbeiten, die diese Tat begünstigt oder gar legitimiert hat, um dadurch die Bedingungen zu verändern, die die Tat ermöglicht haben.
Hierzulande ist diese Praxis noch neu, in der hiesigen Alternative taucht eher der Begriff "restorative "also wiederherstellende Gerechtigkeit auf und in diesem Zusammenhang der "täter-opfer- ausgleich"...
http://radiochiflada.blogspot.de/2016/10/restorative-justice-gute-alternative.html
In beiden Konzepten RJ und TJ wird der Konflikt vom Staat weg den Tatbeteiligten zurückgegeben, aber bei der Restorativen wird bestenfalls versucht, wieder etwas gut zu machen, wieder etwas zurückzugeben, gemessen an dem Schaden der entstanden ist....
diese Methode versagt jedoch völlig bei Gewalttaten, z.b. bei sexualisierter gewalt...was soll da wiederhergestellt werden, die körperliche und seelische Unversehrheit?...
.
Die
transformative Gerechtigkeit dagegen greift die gesamte Situation auf
und arbeitet, bei gemeinsamen Willen, an einer Transformation der Beziehungen, setzt also durch die Tat soziale Prozesse in Gang, die
sich idealerweise in einer Kombination aus individueller Verantwortung und gemeinsamen Widerstand gegen die unterdrückenden Strukturen und Gesellschaftsverhältnisse aller ergeben..
Im Laufe der Jahre haben verschiedene Gruppen durch auch eigene Erfahrungen in den Stadtteilen, Organisationen und Workshops hilfreiche Tipps im Umgang bzw. im Nutzen der "transformativen gerechtigkeit" öffentlich gemacht...einige davon gibt es inzwischen auch im deutschsprachigen Raum
http://transformation.blogsport.de/images/TransformativeHilfe.pdf
http://radiochiflada.blogspot.de/2017/05/weder-staat-noch-justiz-broschure.html
...Transformative Gerechtigkeit erscheint mir momentan nur praktisch umsetzbar im lokalen Rahmen...da dies aber deshalb nur in der jeweiligen Gemeinschaft Sinn macht, kann es auch nicht übertragen werden, aber für die jeweilige Gemeinschaft insofern förderlich,kann und muss diese doch ihre eigenen Prozesse in Gang setzen, Handlungsfaehigkeit und Selbstbestimmung vor allem fuer die jeweils Betroffene zurueckgewinnen ..
....und dies in moeglichst allen alltaeglichen Kaempfen in den Nachbarschaften, den Schulen Arbeitsplaetzen...durch Ablehnung strafender Reaktionen..so verliert nicht nur das Justizsystem mehr und mehr an Bedeutung....
auch wenn es oft als nicht umsetzbar erscheint, wenn heute noch selbst in linksradikalen autonomen Gemeinschaften mit Ausschluss bis hin zu Appellen an die herrschende Justiz operiert wird...aber entkommen koennen wir diesen letztendlich Herrschafts ( und damit Knast) stabilisierenden Verhalten und Verhaeltnissen nur, indem wir die Justiz, die Richter*innen als Institution und in unseren Koepfen attackieren...in allen moeglichen Dingen und Orten...
dieses Moeglichkeiten durch die Transformative Gerechtigkeit scheinen mir die einzig nachhaltige Loesung fuer eine Herrschafts weil straffreie Gesellschaft zu sein...
****
(Niederschrift eines Vortrags bei den "Libertären Tagen 2017" in Köln)
Im Laufe der Jahre haben verschiedene Gruppen durch auch eigene Erfahrungen in den Stadtteilen, Organisationen und Workshops hilfreiche Tipps im Umgang bzw. im Nutzen der "transformativen gerechtigkeit" öffentlich gemacht...einige davon gibt es inzwischen auch im deutschsprachigen Raum
http://transformation.blogsport.de/images/TransformativeHilfe.pdf
http://radiochiflada.blogspot.de/2017/05/weder-staat-noch-justiz-broschure.html
...Transformative Gerechtigkeit erscheint mir momentan nur praktisch umsetzbar im lokalen Rahmen...da dies aber deshalb nur in der jeweiligen Gemeinschaft Sinn macht, kann es auch nicht übertragen werden, aber für die jeweilige Gemeinschaft insofern förderlich,kann und muss diese doch ihre eigenen Prozesse in Gang setzen, Handlungsfaehigkeit und Selbstbestimmung vor allem fuer die jeweils Betroffene zurueckgewinnen ..
....und dies in moeglichst allen alltaeglichen Kaempfen in den Nachbarschaften, den Schulen Arbeitsplaetzen...durch Ablehnung strafender Reaktionen..so verliert nicht nur das Justizsystem mehr und mehr an Bedeutung....
auch wenn es oft als nicht umsetzbar erscheint, wenn heute noch selbst in linksradikalen autonomen Gemeinschaften mit Ausschluss bis hin zu Appellen an die herrschende Justiz operiert wird...aber entkommen koennen wir diesen letztendlich Herrschafts ( und damit Knast) stabilisierenden Verhalten und Verhaeltnissen nur, indem wir die Justiz, die Richter*innen als Institution und in unseren Koepfen attackieren...in allen moeglichen Dingen und Orten...
dieses Moeglichkeiten durch die Transformative Gerechtigkeit scheinen mir die einzig nachhaltige Loesung fuer eine Herrschafts weil straffreie Gesellschaft zu sein...
****
(Niederschrift eines Vortrags bei den "Libertären Tagen 2017" in Köln)
Mittwoch, 17. Mai 2017
"Eh, du bist ja behindert" - Aber nur gegen Quittung !
In
dem Pressetext zum „Madpride 2017“ in Köln tauchen völlig selbstverständlich
Begriffe wie behindert und asozial auf http://madpride-koeln.de/pdf/madpride2017_pressetext.pdf
--- während das Stigma „asozial“ angeblich einen völkisch-rassischen Hintergrund hat (in Wahrheit aber von Sozialdemokraten und Kommunisten bis in 30erJahre benutzt wurde) ist der Begriff „behindert“ einzig und allein eine medizinische Definition, die eigentlich dem Sinn des "Madpridegedankens" zuwiderläuft... indem sie der sozialen und gesellschaftlichen Bedeutung des „Gehindertseins“ negiert und mit Floskeln wie „alle Menschen zusammen gegen Diskriminierung und Ausgrenzung“ eben dies zudeckt …
--- während das Stigma „asozial“ angeblich einen völkisch-rassischen Hintergrund hat (in Wahrheit aber von Sozialdemokraten und Kommunisten bis in 30erJahre benutzt wurde) ist der Begriff „behindert“ einzig und allein eine medizinische Definition, die eigentlich dem Sinn des "Madpridegedankens" zuwiderläuft... indem sie der sozialen und gesellschaftlichen Bedeutung des „Gehindertseins“ negiert und mit Floskeln wie „alle Menschen zusammen gegen Diskriminierung und Ausgrenzung“ eben dies zudeckt …
auch Sprache diskrimiert und
grenzt aus, eine Sprache die von denen benutzt wird, die die tägliche
Unterdrückung und Beherrschung verdecken wollen, die bestimmen,
welche „Bildungsmassnahmen“ für „Behinderte“ investiert
werden sollen, die immer noch Heime und Ausbeutungsbetriebe in
Werkstätten für Integration halten, sie im Rahmen der Toleranz in
einen kapitalistischen Konkurrenzkampf um die Verwertung unserer
Körper mit „nichtbehinderten“ hineinlächeln, und doch die
Herrschaft in der Gesellschaft, in den Institutionen mit modernen
Mitteln weiter aufrechterhalten
.
und
die von Einrichtungen wie „Aktion Mensch“ die zu dieser Demo mit
aufgerufen hat, jeder Nichtbehinderten die Möglichkeit bietet, per
Quittung sich die (Mit)menschlichkeit quittieren zu lassen, eine
Mitmenschlichkeit, die sich oft in die Suche nach neuen (bezahlten)
Aufgaben begibt, indem sie( vielleicht auch sich selbst) aber den
„Behinderten“ vorgaukeln, sie hätten eigentlich zwar Probleme,
aber ansonsten wären sie Menschen wie alle anderen auch …
aber
ihnen die Möglichkeit, das praktische Wissen, dass sich die
„Gehinderten“ durch ihre täglichen Erfahrungen gemacht haben,
durch das Zertifikat der „Experten*innen“ und dem Ausweis der“
fachlichen „Institutionen“ verhindert … die Aussage: „ Es ist
die Gesellschaft die uns behindert, zu behinderten macht“ hat
immer noch ihre Gültigkeit... heute eben mit Luftschlangen und
Konfetti
-
gegen die Vermarktung unserer Körper
- gegen die Beherrschung unserer Sinne
- für Selbstorganisation auf allen Ebenen
W. (für: Abolisha)
Montag, 1. Mai 2017
Weder Staat noch Justiz --- Broschüre: Weitere Strategien für selbstorganisierte und kollektive Verantwortungsübernahme
Auf diesem Blog hatten wir schon verschiedene Texte zur "Transformativen Gerechtigkeit (Transformative Justice) und "Gemeinschaftsverantwortung(community accountabilty) ... nun ist vor wenigen Tagen der nachfolgende Text erschienen, den wir selbstverständlich und mit tiefer Solidarität hier weiterverbreiten wollen.....
Liebe Leute, ihr haltet unsere erste Übersetzung in den Händen. Nach mühevollem Puzzlen von Wörtern und Diskutieren von Bedeutungen, freuen wir uns, endlich den roten Stift beiseite gelegt zu haben und nun stattdessen zu kopieren, zu falten und zu verteilen. Fast alles Material mit dem wir in den letzten Jahren gearbeitet haben ist auf Englisch, weshalb uns schnell klar wurde, dass es deutschsprachige Texte und Übersetzungen braucht, um die notwendigen Auseinandersetzungen zu Community Accountability auch im deutschsprachigen Kontext weiter zu bringen. Für unsere erste Übersetzung haben wir aus mehreren Gründen einen Text von der Gruppe CARA (Communities Against Rape & Abuse) aus Seattle, USA, ausgewählt, der 2006 in dem Buch The Color of Violence – the Incite! Anthology und 2008 in dem Onlinezine „The Revolution Starts at Home“ erschien. Der Text ist eine gute Einführung in das Thema und einer der ersten umfassenden Texte zur Community Accountability Arbeit. Im Text werden zum einen 10 Prinzipien als ein theoretischer Rahmen angeboten, zum Anderen gibt er durch drei Szenarien (Erfahrungsberichte) Einblicke in den Versuch einer Umsetzung. Dabei liegt der Fokus auf Communities of Color und die Verschränkung von strukturellen Machtverhältnissen, zwischenmenschlicher Gewalt und sexualisierter Gewalt. Wir denken, dass dieser Text zeigt, wie eine betroffenen-orientierte Arbeit der Community im Falle von Gewalt aussehen könnte, und auch, welche Herausforderungen es bei einer Verantwortungsübernahme von 2 Menschen, die Gewalt ausgeübt haben, zu bewältigen gilt.
https://www.transformativejustice.eu/wp-content/uploads/2017/04/Das-Risiko-wagen.pdf
Entstehungsgeschichte von Transformative Justice und Community Accountability
Innerhalb der sozialen Bewegungen der USA haben verschiedene Social Justice-Aktivist_innen die Vision einer Auseinandersetzung mit Gewalt entwickelt, die Sicherheit für marginalisierte Communities jenseits von staatlichen Institutionen (wie Polizei, Gefängnisse, psychiatrischen Institutionen, Kinder- und Jugendhilfe, Migrationsregime) aufbauen wollten.
Diese Auseinandersetzungen wurden vor allem von cis-Frauen und trans*-Menschen of Color entwickelt und getragen. Von ihnen wurden die Zusammenhänge zwischen staatlicher Gewalt und zwischenmenschlicher Gewalt aufgezeigt. Sie machten auch deutlich, dass es für sie keine Unterstützung, sondern weitere Gewalt mit sich bringt, sich an staatliche Institutionen zu wenden.
Die entwickelten Konzepte sind in enger Verbundenheit mit dem Widerstand gegen den industriellen Gefängnis-Komplex und einer starken Kritik am weißen Mainstream-Feminismus & institutiona-lisierter Anti-Gewalt Arbeit entwickelt worden. Denn diese Art von Arbeit produziert rassistische Kompliz_innenschaft und fördert rassistische Fahndungsraster sowie die Kriminalisierung und übermäßig hohe Inhaftierung von Schwarzen Menschen und People of Color, deren eigene Betroffenheit von sexualisierter Gewalt zu oft unsichtbar bleibt. Auf der Basis dieser Kritik wurden vielfältige Theorien und Praktiken erarbeitet, die sich unter den Überbegriffen Transformative Justice und Community Accountability wiederfinden und die mittlerweile auch in Europa und Australien ausprobiert werden.
Basis dieser Begriffe ist ein selbstorganisierter, community-basierter und nicht staatlich strukturierter Prozess zur Unterstützung von gewaltbetroffenen Personen und zur Prävention zukünftiger Gewalt. Es geht darum, dass gewaltausübende Personen sowie deren Umfelder und Communities lernen sollen, Verantwortung für die ausgeübte Gewalt zu übernehmen. Definitionsmacht und Community Accountability
In vielen linkspolitisch-autonomen deutschsprachigen Zusammenhängen wird das Konzept der Definitionsmacht bei sexualisierter Gewalt verwendet, das in den 90er Jahren von feministischen FrauenLesben entwickelt wurde. Dieses Konzept wurde als eine Intervention in bestimmte Kontexte benutzt, die primär hetero und cis-männlich dominiert waren. Dabei ging es vor allem darum, die Unterstützung und Selbstbestimmung von und Parteilichkeit mit Betroffenen möglich zu machen und zu stärken. So wurde das individuelle Erleben von Gewalt und die Macht, das Erlebte auch als Gewalt zu benennen, als Ausgangspunkt gesetzt. Diese Herangehensweise finden wir weiterhin elementar. Der Fokus des Konzeptes der Definitionsmacht beschränkt sich jedoch auf Geschlechterverhältnisse und basiert auf einem weißen deutschen, heteronormativen/geschlechterbinären Blick auf das Thema.
Eine Auseinandersetzung mit (sexualisierter) Gewalt braucht aber unbedingt die Thematisierung von weiteren Machtverhältnissen. Wenn z.B. Rassismus und weiße Normen außen vor gelassen werden, scheitern Prozesse an vielen Punkten. Es geht uns hier darum, die bisher angewandten Praxen und Vorstellungen kritisch zu betrachten, weiter zu denken und zu verbinden. Darüber hinaus stellt für uns Community Accountability weiterführende Fragen: Wen schützt staatliche Gewalt und wem schadet sie? Wer hat Zugang zu welchen Räumen und Ressourcen, z.B. auch zu Diskursen um Definitionsmacht? Welche Gewalterfahrungen werden als solche wahrgenommen und warum, und welche nicht?
https://www.transformativejustice.eu/wp-content/uploads/2017/04/Das-Risiko-wagen.pdf
Donnerstag, 27. April 2017
Zwischen Systemverwaltung und Rebellion- Kampf um Knastreformen am Beispiel des US Gefängnisstreik
Der US
Gefängnisstreik vom September 2016 zeigte
die vielen
Möglichkeiten, die aus einer konsistenten Beziehungen
zwischen Gefangenen,
einer Koordinierung
unter Unterstützern
von außerhalb und den Aktionen
von gefangenen
Gefährten entstehen können.
Nachdem ich die Zeit hatte zu reflektieren,
fühlt es sich für mich wichtig an, zu formulieren,
was nicht funktioniert hat:
Welche Hindernisse
in den Weg der Revolte und ihrer
vielen Formen gelegt
wurden.
Der Artikel von Michael
Kimble teilt die
Erfahrung, wie sich das im Holman-Gefängnis,
eines der Zentren
des Streiks, ausgewirkt hat,
wo die gefangenen
Rebellen Krawall gemacht, Feuer
gelegt, Wärter
abgestochen und sogar eine Wachtel
getötet haben. Als
jemand, der von der anderen Seite
– ein Anarchist,
von außerhalb der Gitterstäbe, der
mit den
anarchistischen Gefährten drinnen kollaboriert
hat – in den
Streik involviert war, will ich eine weitere
Ebene zu der Kritik
von Michael hinzufügen, eine, die
auf die wachsende
Tendenz von dem abzielt, was ich als
„Gefangenenunterstützer“[1]
bezeichnen will.
Es gibt viele Leute,
die mit Gefangenen aus vielen verschiedenen
Gründen
kollaborieren: Unter anderen Familien
und Freunde, die
ihre Geliebten unterstützen,
Maoisten, die
versuchen neue Anhänger zu finden, karitative
Individuen und
religiöse Institutionen, die versuchen
die Fehlgeleiteten
zu „retten“, Organisatoren, die darauf hoffen die Gefängnisse durch legislative Kampagnen abzuschaffen ... und
Anarchisten, die Affinität mit
jenen finden, die
hinter Gitter revoltieren.
Auf was ich mich hier fokussieren will, sind die Organisatoren und
die Aktivisten –die generell in formalen Organisationen
arbeiten – und die
Tendenzen in diesen Gruppen,
die den Streik und
die Solidarität hin zu Führerschaft,
Gewaltlosigkeit und
Reform geführt haben.
Folgt dem Führer
Zentral für den
Mythos des Gefängnisstreiks war seine
Erschaffung durch
die sogenannten Anführer des
Gefängniskampfes.
Diese „Anführer“ waren, im Gegenteil
zu den Lügenmärchen
der Unterstützer von außerhalb,
einfach bestimmte
Individuen, die Aktivisten
von außerhalb sich
ausgesucht haben, um sie als „Repräsentanten“
der fortlaufenden
Revolten zu beschwören.
Wenn man sich das
näher ansieht, ist klar, wieso
diese bestimmten
Individuen ausgewählt wurden: Sie
bestärkten die
eigenen Strategien der Unterstützer von
Reform,
Respektabilität und der Gewaltfreiheit. Durch
das Auswählen
einzelner Individuen, die mit ihnen
übereinstimmten und
ihrer Erhöhung zu Sprechern des
Kampfes, in seiner
Gesamtheit, waren diese Aktivisten
dazu fähig, ihre
eigenen Strategien als „von den Gefangenen
kommend“ zu
legitimieren.
Dieser Neigung hin
zur Führerschaft wurde am offensichtlichsten,
wenn diese
Positionen in Frage gestellt
wurden. Zahllose
Male im Vorfeld des Streiks wurden
Kritiken der
Ideologie der Gewaltlosigkeit, die von der
(in)formellen
Führerschaft vorangetrieben wurde, von
jener ignoriert, da
die Agenda der Gewaltlosigkeit von
„den Gefangenen
käme“ und es „schlechte Sicherheit“
sei, zu fragen,
wieso ein öffentliches Statement die Erwähnung
von Gewaltlosigkeit
beinhalten muss.
Was die Aktivisten
einheitlich ignorierten, waren die Stimmen
von kämpferischen
Gefangenen (wie Michael Kimble),
die explizit die
Sprache von Respektabilität und Reform
kritisierten. In
ihrer verzerrten Verehrung der Gefangenenanführer,
die sie selbst
ernannt hatten, verdrehten
und marginalisierten
die Aktivisten die rebellischen
Akte der Gefangenen,
die nicht mit ihnen übereinstimmten.
In der Realität
wurde der Streik von hunderten
wenn nicht tausenden
Individuen vorangetrieben, von
denen die meisten
keinerlei Verbindungen zu einer Organisationen
hatten und die
einfach von ihrem eigenen
Verlangen
zurückzuschlagen, gegen das was sie unterdrückt
und ausbeutet,
ausgingen. Wenn formelle Organisationen
außerhalb der
Mauern das nicht sehen können,
liegt das an ihrem
Fetisch für formelle Organisationen,
der nichts außer
Führer und Gefolgschaft kennt.
Unterstützer, keine
Komplizen
Viele dieser
Aktivisten haben für sich selbst einen neuen
Kampfschauplatz
gefunden: als Vollzeitgefangenenunterstützer.
Während dem Streik
wurde von vielen Organisatoren
betont, dass es die
Rolle der „Unterstützer
von außen“ sei,
daran zu arbeiten, die Repression für
die drinnen zu
verringern. Ohne die Wichtigkeit von
Call-Ins[2], dem
Verbreiten von Informationen, etc.
herunterspielen zu
wollen, muss dies als das kritisiert
werden, was es ist:
eine Verweigerung tatsächlicher Solidarität.
Alfredo Cospito schreibt:
Alfredo Cospito schreibt:
„Es gibt
zwei Typen der Solidarität. Eine passive, die all zu oft dazu dient das
schlechte Gewissen,
für die eigenen Inaktivität wegzuwaschen
und die nicht die
Lücke zwischen Wörtern
und Taten
überbrückt.
Und dann, die aktive,
konkrete, reale
Solidarität, die manche als revolutionäre
bezeichnen, die in
der Stille und Anonymität
erschaffen wird, wo
einzig destruktive Aktionen
sprechen, sogar
durch die Worte, die danach folgen.“
Der Unterschied
zwischen diesen zwei Formen der
Solidarität ist von
entscheidender Wichtigkeit für
den anarchistischen
Kampf. Zu sagen, dass es unsere
Hauptpriorität ist,
jene zu unterstützen, die Aktionen im
Gefängnis machen,
nimmt uns jede Verantwortung ab,
selbst zu kämpfen.
Die Absurdität jene zu motivieren zu
revoltieren, die
sich in sehr restriktiven Umgebungen
wiederfinden (und
zweifellos mit harschen Konsequenzen
für minimale
Verstöße konfrontiert sein werden),
während wir selbst
nichts tun, um kämpferisch zu agieren,
ist verblüffend. Es
ist Feigheit, außerhalb eines von
Gefängnisarbeit
profitierenden Geschäfts zu stehen und
nett Schilder
hochzuhalten, während Gefährten für Angriffe
in der Isolation
sitzen.
Als Anarchisten
suchen wir nicht nach „unterdrückten
Leuten“, deren
„Unterstützer“ wir werden können. Wir
suchen jene, mit
denen wir Affinität im Kampf teilen.
Diese Beziehung ist
keine von Anführer und Gefolge,
angeführt von den
„am meisten Unterdrückten“, die
ihre empathischen
Unterstützer anführen, sondern eine
Beziehung von
aktiver Komplizenschaft. Diese Komplizenschaft
beinhaltet einen
gemeinsamen Einsatz von
Sorge und Risiko. Es
ist nicht mein Ziel lediglich die
Revolte von jemand
anderem zu unterstützen, sondern
für mich selbst
nach den Mitteln zu greifen, um diese
Gefängniswelt
anzugreifen, so wie sie existiert, in meinem
alltäglichen Leben.
Jene, die nach Beziehungen von
Beherrschung und
Unterwerfung suchen, werden nur
jene vorfinden. Für
den Rest von uns wartet der unbekannte
Pfad der Affinität.
Der neue Pazifismus
Jene, die Leute im
Gefängnis dazu ermutigen zu revoltieren,
wissen, dass
Gefangene sich mit brutaler
Repression
konfrontiert sehen, wenn sie aus der Reihe
tanzen. Anstatt dies
als einen Antrieb zu verstehen,
um ihre relative
Freiheit zu nutzen, um das Gefängnis
von außen
anzugreifen, verwenden Aktivisten dies als
eine Erpressung
gegen jeden, der die Gewaltlosigkeit
kritisiert. Die
Logik geht wie folgt, weil Gefangene mit
Repression
konfrontiert sein werden, müssen sie das
Prinzip der
Gewaltlosigkeit befolgen. Im Vorfeld des
Gefängnisstreiks
wurde die potentielle Repression gegen
die einsperrten
Gefährten wiederholt dazu genutzt
Kritiken, sowohl von
drinnen wie draußen, an öffentlichen
Statements, die
Gewaltlosigkeit unterstützten, zu
verhindern.
Die pazifistische
Ideologie erreichte neue Ausmaße der
Frevelhaftigkeit,
als Anführer der Free Alabama Movement
die Bürokraten des
Holman-Gefängnisses dafür
kritisierten, dass
sie „gewalttätige Angreifer (offender)“[
3] und
„soziophatische homosexuelle Täter“[4]
aus der Einzelhaft
entließen und forderten, dass das
Gefängnis mehr
Wächter einstellt.
Um es klarzustellen:
Viele, die sich in
der Einzelhaft fanden, waren dort, weil
sie an Krawallen und
Rebellionen während der vorangegangenen
Monate teilgenommen
hatten. Unverhohlene
Homophobie, Bedenken
um die Sicherheit der Wachteln
entgegen der
Unterstützung der Rebellen, die mit
Repression
konfrontiert sind und Denunziation jener,
die gewaltsame
Aktionen ausgeführt haben, sind widerlich
und eine natürliche
Folge der unkritischen Unterstützung
von
„Gefängnisanführern“ – besonders jener
Führerschaft, die
ideologischen Pazifismus verbreitet.
Was auch immer die
sogenannten Anführer auf dieser
oder jener Seite der
Mauer sagen, Gefangene scheren
sich nicht um
Gewaltlosigkeit. Die Feuer, die Messerstechereien
und der Widerstand
drinnen und die Angriffe
auf das Eigentum
draußen, zeigen, trotz des dogmatischen
Pazifismus der
Anführer, dass die Revolte gegen
das Gefängnis
zerstörerisch und unkontrollierbar bleibt.
Abschaffen oder
Zerstören?
Es ist nicht genug
„Gefängnisse abzuschaffen“. Der
Schachzug die
Gefängnisrebellion in Richtung von Zielen
zu lenken, wie einer
Untersuchung der Gefängnisbedingungen
durch das Department
of Justice, die Liberale
ansprechen und
legislative Reformen, werden nichts
ändern, außer,
dass sie ein neues heimtückischeres Regime
der Macht schaffen.
Es ist nur durch die selbstorganisierte
Attacke – ohne der
Zwischenschaltung einer
Führerschaft und
ohne das Zerschlagen unserer Leidenschaft
frei zu sein, durch
das Gewicht der vor Schuld
triefenden
Unterstützerpolitik – dass wir die Gefängnisse
zerstören werden.
Dem von der Führerschaft und
den Aktivisten
vorangetriebenen (und logischerweise,
durch die
kapitalistischen Medien aufgegriffenem) Narrativ
zum Trotz, verlief
der Gefängnisstreik außerhalb
der Kontrolle
jedweder Organisation oder Anführer,
jenseits des
Pazifismus und der Reform.
Als Anarchisten im
Gefängnis und Anarchisten außerhalb
des Gefängnisses,
werden wir damit fortfahren den
Feind wo und wann
immer es möglich ist anzugreifen.
Jenseits der
Abschaffung: Zerstörung jetzt!
[1] A.d.Ü.: Das in der englischen Version gebrauchte
„allie“ und „supporter“, wird hier synonym mit Unterstützer
übersetzt.
[2] A.d.Ü.: „Call-Ins“ sind eine aktivistische Praxis, bei
der bei Institutionen und Verantwortlichen angerufen
wird, um Druck aufzubauen.
[3] https://freealabamamovement.wordpress.
com/2016/09/17/press-release-2/
[4] https://freealabamamovement.wordpress.
com/2016/09/18/a-threat-to-violence/
***
siehe auch: Von negativen und anderen Reformen http://radiochiflada.blogspot.com/2017/02/gefangenengewerkschaft-auch.html
aus: AVALANCE , März 2017
Donnerstag, 30. März 2017
"Warten dass die Knastmauern dich ausspucken" ....FolkBand "Dishlicker"
Am Dienstag spielte die (kleine) Gruppe vor der Knästen in Aachen und Köln. Bei ihren Auftritten vor den Mauern sind auch "lokale" Liedermacher*innen eingeladen. In Köln war es Klaus der Geiger, der mit ihnen die Mauern zum Beben und die Zellen zum Schwingen brachte
(Ihre Lieder s.u. der Link)
Warten
1. Starren auf die Festung, die so viele gefangen hat
Irgendetwas tun, doch meine Gedanken wandern zurück zu dir
Meine unsichere Hoffnung in den Augen meiner Freunde zu sehen
Und wissen, dass wir wahrscheinlich noch oft auf einander warten müssen
Und ich warte
Warte, dass die Knastmauern dich ausspucken, als anderen Menschen als den, dem ich nicht mal Tschüss sagen konnte
Warte, dass jemand eine Entscheidung trifft über ein anderes Leben, ohne sich darum zu scheren
Warte auf den nächsten den es erwischt, meistens nicht lange
~Kennst du das, sehnlichst auf jemanden zu warten und so zu vermissen, wie du noch nie zuvor vermisst hast
Das ist mein Leben, so dreht sich die Welt, doch ich bin mir sicher, dass etwas fehlt
2. Ständiges Piepen, Klingeln und Klackern der Tastaturen
Tägliche Routine
Auf die Zunge beißen, den Blick senken und keinen Wiederstand leisten
Nicht auffallen und immer versuchen, wie die Kollegen zu sein, zumindest von außen
Und du wartest
Wartest auf Reichtum oder zumindestens auf Rente
Wartest auf Anerkennung und darauf etwas Besonderes zu sein
Und deswegen läufst du im Gleichschritt?
~Kennst du das sehnlichst auf etwas zu warten? und so zu vermissen wie du noch nie zuvor vermisst hast
Das ist dein Leben, so dreht sich die Welt, doch ich bin mir sicher das dir was fehlt
3. Kälte und Leere, die unter ihre Kleider kriecht und ruhelose Müdigkeit
Neonfarben, die was vom schönen Leben erzählen, vor ihren laufenden Nasen und doch so weit weg
Abfällige Blicke auf sie und ihre Schlafsäcke, auf das was sie noch haben
Und sie warten
Warten auf ein Leben mit einer Heizung und Rückzug
Warten darauf nicht mehr getreten zu werden, von denen, die denken ihr Leben sei schlimmer durch sie und nicht begreifen, dass sie nur Angst davor haben genauso zu leben
Es ist so lächerlich, dass sie darüber weinen möchten aber sie können es schon lange nicht mehr
~Kennst du das sehnlichst auf etwas zu warten? nicht mehr zu können?
Das ist ihr Leben so dreht sich die Welt, doch ich bin mir sicher das da was fehlt
4. Tägliche Unterdrückung, Kontrolle und Gehirnwäsche
Shoppen, Medien, Ficken, Trinken, Arbeiten, Sterben und verdammte Privilegien
Angst dagegen zu stehen und all das zu verlieren, unterdrückte Wut
Und wir warten
Warten, dass der ganze Wahnsinn hier aufhört
Warten auf eine Welt, in der es dieses ganze Warten nicht mehr gibt,
Anarchie wie manche es nennen, wirkt weit weg
Aber es gibt doch viele Momente, da ist mir ein kleines Stück Anarchie begegnet und das Warten hatte für eine Zeit ein Ende
1. Starren auf die Festung, die so viele gefangen hat
Irgendetwas tun, doch meine Gedanken wandern zurück zu dir
Meine unsichere Hoffnung in den Augen meiner Freunde zu sehen
Und wissen, dass wir wahrscheinlich noch oft auf einander warten müssen
Und ich warte
Warte, dass die Knastmauern dich ausspucken, als anderen Menschen als den, dem ich nicht mal Tschüss sagen konnte
Warte, dass jemand eine Entscheidung trifft über ein anderes Leben, ohne sich darum zu scheren
Warte auf den nächsten den es erwischt, meistens nicht lange
~Kennst du das, sehnlichst auf jemanden zu warten und so zu vermissen, wie du noch nie zuvor vermisst hast
Das ist mein Leben, so dreht sich die Welt, doch ich bin mir sicher, dass etwas fehlt
2. Ständiges Piepen, Klingeln und Klackern der Tastaturen
Tägliche Routine
Auf die Zunge beißen, den Blick senken und keinen Wiederstand leisten
Nicht auffallen und immer versuchen, wie die Kollegen zu sein, zumindest von außen
Und du wartest
Wartest auf Reichtum oder zumindestens auf Rente
Wartest auf Anerkennung und darauf etwas Besonderes zu sein
Und deswegen läufst du im Gleichschritt?
~Kennst du das sehnlichst auf etwas zu warten? und so zu vermissen wie du noch nie zuvor vermisst hast
Das ist dein Leben, so dreht sich die Welt, doch ich bin mir sicher das dir was fehlt
3. Kälte und Leere, die unter ihre Kleider kriecht und ruhelose Müdigkeit
Neonfarben, die was vom schönen Leben erzählen, vor ihren laufenden Nasen und doch so weit weg
Abfällige Blicke auf sie und ihre Schlafsäcke, auf das was sie noch haben
Und sie warten
Warten auf ein Leben mit einer Heizung und Rückzug
Warten darauf nicht mehr getreten zu werden, von denen, die denken ihr Leben sei schlimmer durch sie und nicht begreifen, dass sie nur Angst davor haben genauso zu leben
Es ist so lächerlich, dass sie darüber weinen möchten aber sie können es schon lange nicht mehr
~Kennst du das sehnlichst auf etwas zu warten? nicht mehr zu können?
Das ist ihr Leben so dreht sich die Welt, doch ich bin mir sicher das da was fehlt
4. Tägliche Unterdrückung, Kontrolle und Gehirnwäsche
Shoppen, Medien, Ficken, Trinken, Arbeiten, Sterben und verdammte Privilegien
Angst dagegen zu stehen und all das zu verlieren, unterdrückte Wut
Und wir warten
Warten, dass der ganze Wahnsinn hier aufhört
Warten auf eine Welt, in der es dieses ganze Warten nicht mehr gibt,
Anarchie wie manche es nennen, wirkt weit weg
Aber es gibt doch viele Momente, da ist mir ein kleines Stück Anarchie begegnet und das Warten hatte für eine Zeit ein Ende
https://dishlicker.bandcamp.com/album/reality-sounds-better
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